Märchentherapie und therapeutisches Storytelling
Die Märchentherapie nutzt die Erzählung – traditionelles Märchen, Mythos, Metapher, Selbsterzählung – als symbolisches Material, das es erlaubt, Konflikte, Ängste und andernfalls unzugängliche Erfahrungen in Worte zu fassen. Bettelheim vertritt die Auffassung, dass Märchen dem Kind eine Stütze bieten, um die ödipalen Phasen, die Angst vor dem Verlassenwerden und die Geschwisterrivalität zu durchqueren; die Struktur der Heldenreise von Campbell liefert einen Rahmen der Transformation. Der Ansatz verbindet eine alte prototherapeutische Funktion (Erzählabende, aristotelische Katharsis) mit einem zeitgenössischen klinischen Gebrauch, namentlich in der posttraumatischen Rekonstruktion (Selbsterzählung, Resilienz nach Cyrulnik) und im Schreiben über sich selbst.
| Code | TI76 |
|---|---|
| Name (DE) | Märchentherapie und therapeutisches Storytelling |
| Französischer Name | Conte-thérapie et Storytelling thérapeutique |
| Kürzel (FR) | CT |
| Begründer | Bruno Bettelheim (Psychanalyse des contes de fées, 1976), Joseph Campbell (voyage du héros, 1949), Clarissa Pinkola Estés (1992), Boris Cyrulnik (résilience, 1999) |
| Jahr | traditions orales anciennes ; date charnière 1976 (Bettelheim) |
| Schule / Welle | Médiation narrative / art-thérapie ; psychanalyse, psychologie jungienne, hypnose ericksonienne, résilience |
| Quellband | Band 6 des Mémento des Psychothérapies |
Diese Therapie wird ausführlich (Prinzipien, Indikationen, Protokoll, Evidenzgrad) in Band 6 des Mémento des Psychothérapies behandelt. Band ansehen.