Musiktherapie
Die Musiktherapie mobilisiert Musik – hervorgebracht (aktiv: Gesang, Instrumentalspiel, Improvisation) oder gehört (rezeptiv) – als klinisches Material, um einen vorsprachlichen Ausdruck freizusetzen und durch den klanglichen Dialog eine intersubjektive Begegnung zu stiften. In ihren Wurzeln eine jahrtausendealte Disziplin, wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg ausgehend von der Beobachtung hospitalisierter Veteranen institutionalisiert. Sie ist eine der vielseitigsten nicht-medikamentösen Interventionen, indiziert bei affektiven und Angststörungen, posttraumatischem Stress und psychotischen Störungen. Ihre Schulen (Nordoff-Robbins, GIM von Bonny, freier Ansatz von Alvin) teilen eine gemeinsame Grundlage, unterscheiden sich aber durch die aktive oder rezeptive Rolle des Patienten.
| Code | TI71 |
|---|---|
| Name (DE) | Musiktherapie |
| Französischer Name | Musicothérapie |
| Kürzel (FR) | MUT |
| Begründer | E. Thayer Gaston (père de la musicothérapie américaine), Juliette Alvin (école de Londres, 1958), Paul Nordoff & Clive Robbins (improvisation, 1959), Helen Bonny (Guided Imagery and Music, 1973) |
| Jahr | institutionnalisation moderne : 1950 (National Association for Music Therapy) |
| Schule / Welle | Arts-thérapies / médiation sonore ; distinction musicothérapie active et réceptive |
| Quellband | Band 6 des Mémento des Psychothérapies |
Diese Therapie wird ausführlich (Prinzipien, Indikationen, Protokoll, Evidenzgrad) in Band 6 des Mémento des Psychothérapies behandelt. Band ansehen.