Orthodoxer Hesychasmus und das Herzensgebet
Als eine der ältesten christlichen kontemplativen Traditionen zielt der Hesychasmus auf die Vergöttlichung (Theosis) durch die Gnade der göttlichen Energien und nicht auf eine Psychotherapie im eigentlichen Sinne. Er beruht auf drei Prinzipien: der Hesychia (innere Stille), dem Jesusgebet (Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner) und der palamitischen Lehre von den ungeschaffenen Energien, mit der Nepsis (nüchterne Wachsamkeit) und der Diakrisis (Unterscheidung). Die Technik verbindet die bis zur Selbstbewegung wiederholte Formel, eine konzentrierte Haltung und die mit dem Namen verbundene verlangsamte Atmung mit dem Hinabsteigen der Aufmerksamkeit ins Herz. Klinisch wirkt er auf die Befriedung der Leidenschaften, Angst, Grübeln, Schlaf und Trauer, doch der Autor warnt, dass die Praxis, vom Glauben und der Gemeinschaft abgeschnitten, sich erschöpft und die Verirrung (Plani) riskiert.
| Code | TI103 |
|---|---|
| Name (DE) | Orthodoxer Hesychasmus und das Herzensgebet |
| Französischer Name | Hesychasm Orthodoxe et Prière du Cœur |
| Kürzel (FR) | HES |
| Begründer | Pères du désert (Évagre, Cassien, Jean Climaque) ; Grégoire Palamas (XIVe s.) ; Philocalie (1782) ; au XXe s. le père Sophrony et saint Silouane l'Athonite |
| Jahr | origines au IVe siècle ; systématisation palamite au XIVe siècle ; Philocalie 1782 |
| Schule / Welle | Spiritualité orthodoxe / monachisme oriental (Mont Athos) ; voie hésychaste, théologie palamite des énergies incréées |
| Quellband | Band 8 des Mémento des Psychothérapies |
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