Kaschmirischer Tantrismus (Trika, Abhinavagupta)
Der authentische kaschmirische Tantrismus ist ein non-dualer Weg der Befreiung, gegründet auf der Wiedererkennung (Pratyabhijna) der letzten Natur des Bewusstseins als Shiva: absolutes, freies, leuchtendes, schwingendes (Spanda) und reflexives Bewusstsein. Als direkter oder jäher Weg bezeichnet, zielt er nicht auf eine schrittweise Vervollkommnung, sondern auf die unmittelbare Wiedererkennung der Identität des empirischen Subjekts mit dem absoluten Bewusstsein Shiva-Shakti. Das Leiden wird darin als Produkt einer Verkennung (die Mala) analysiert, deren Auflösung sein Aufhören bewirkt; in diesem erweiterten Sinne bildet das Trika eine existenzielle, ja ontologische Therapeutik. Seine Praxis stützt sich namentlich auf die 112 Dharanas des Vijnana Bhairava Tantra, wobei sich die Transformation auf die Struktur der Erfahrung selbst und nicht nur auf die Symptome bezieht.
| Code | TI105 |
|---|---|
| Name (DE) | Kaschmirischer Tantrismus (Trika, Abhinavagupta) |
| Französischer Name | Tantrisme Cachemirien (Trika, Abhinavagupta) |
| Kürzel (FR) | TC |
| Begründer | Vasugupta (Shiva Sutras), Abhinavagupta (Tantraloka, v. 950-1020) ; transmission moderne : Swami Lakshmanjoo ; diffusion universitaire : Lilian Silburn, André Padoux |
| Jahr | lignée du IXe au XIIIe siècle |
| Schule / Welle | Shivaïsme du Cachemire non-dualiste (Trika, Pratyabhijna) ; à distinguer du néo-tantra occidental |
| Quellband | Band 8 des Mémento des Psychothérapies |
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